DER RÜCKBLICK | ESPERA


Info

ESPERA

27. - 30.07.2000

Tanz - Performance – Installation

im Inneren des Bunkers

Hochbunker Valentin-Bauer-Str. 2

Ludwigshafen

 

Estudio 28 - arte fisico - Mexiko - Deutschland

 

Tanz: Estudio 28 - arte fisico -

Installationen: Estudio 28 - arte fisico -

Konzept: Beate G. Zschiesche; Rodrigo Angoitia

Interpreten: Rodrigo Angoitia (Mex), Katia Castaneda (Mex), Eri Eibenschutz (Mex), Beate G. Zschiesche (D)

INDUSTRIETEMPEL im Fernsehen

Presse


Der INDUSTRIETEMPEL lädt ein in das Innere eines Hochbunkers in Ludwigshafen: ein verwaschener, fensterloser Block aus massivem Stahlbeton, zwischen den Wohnhäusern ein Fremdkörper. Die schweren Eisentürenhaben sich für Normalsterbliche seit dem Krieg nicht mehrgeöffnet. Hinter ihnen geht es durch enge Räume. Hier ist ein Ort, mitten in der Stadt, in völliger Abgeschiedenheit, ohne jedes natürliche Licht. Über den Türrahmen steht ‘Ordner', 'Geräte' oder 'Entbindungsraum'. Die einzige Einrichtung“ sind kleine Klappen in den Wänden, die Verbindung mit der Außenwelt. Denn hinter ihnen münden Entlüftungsrohre, für den Druckausgleich. Sie enden irgendwo in der Außenwand. Trotzdem, die Luft ist stickig. Die Temperatur beträgt 11° C. Strom gibt es schon lange nichtmehr. Wie in einem überdimensionalen Setzkasten bilden die Kammern den Rahmen für Aufführungen und Installationen. Die Darbietung ist eigentlich eine Ausstellung lebender Figuren: Auf drei Ebenen gehen die Besuchergruppen auf Entdeckungsreise. Das einzige Licht unterwegs im Bunker strahlt spärlich aus Taschenlampen, die die Besucher am Eingang mit auf den Weg bekommen. Treppauf treppab schleusen sie sich vorsichtig durch ein szenisches Panoptikum. (Vorsicht Spinnweben!)

 

ESPERAR

Tanz - Performance – Installation im Inneren des Bunkers

 

ESPERAR (dt. Das Warten) ist eine Metapher für die Sehnsucht des Menschen, die Grenzen seiner physischen Struktur zu überwinden, um einerseits seiner Zerbrechlichkeit zu entfliehen und um andererseits über sich selbst hinauszuwachsen.

 

Eingeschlossen, ohne Fenster, die ein Bild der Wirklichkeit hereintragen könnten, dringen von außen Geräusche und Gerüche herein, diedie Phantasie nähren. Im inneren der engen Räume verdichten sich die vorgestellten Geschichten und unerfüllten Wünsche immer mehr »wie wunderschöne Körper von Toten, die niemals altern.

Beate G. Zschiescheund Rodrigo Angoitia